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Stilblüten und Hurenkinder

Weder Blumensträusse noch das älteste Gewerbe der Welt finden Sie hier. Die Sprache ist meine grosse Leidenschaft und sprachliche «Ausrutscher» sind das Salz in der «Suppe» meiner Arbeit. Zum Beispiel dieser:

«Mietwagenübernahme jeweils am Samstag oder an Freiertagen

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Wertvolle Tipps

Jeden Monat ein Mail oder ein Brief

Jeden Monat bespreche ich hier ein Mail oder ein Brief. Dabei verwende ich gute und auch schlechte Beispiele. Spannend ist es immer. Alle Monatsbriefe finden Sie im Buch «Tipptoppe Korrespondenz».

Sie haben CHF 289.89 an Thomas Müller gesendet.

Dieses Mal bespreche ich kein Mail, sondern zeige Ihnen auf, woran Sie ein Phising-Mail erkennen. Phishing-Mails können Sie bedenkenlos einfach löschen.

  1. Der Betreff: In der Schweiz zahlen wir nur in 5 Rappen-Schritten. 89 Rappen sind bereits ein eindeutiger Hinweis.
  2. Die Webadresse https://myduit.tk/img/fane.png: Bei der Webadresse weist die Endung png darauf hin, dass das ein Foto und keine Website ist.
  3. Die Absenderadresse PayPal-Service nachricht@o0i.es: Bei einem Mail von PayPal müsste dort etwas Ähnliches wie info@paypal.com
  4. Die Aufforderung, ein Formular auszufüllen, um eine Transaktion abzubrechen, ist unrealistisch. Gerade bei PayPal ist die Transaktion erfolgreich oder nicht. Sie kann jedoch nicht abgebrochen werden.
  5. Die Grussformel fehlt und der Absender ist «Ihr PayPal».

Ihr Paket konnte am 07.10.2020 nicht ausgeliefert werden,

Noch ein zweites Beispiel, das mehr Text enthält. Die Hinweise sind jedoch die gleichen.

  1. Der Betreff: Ein Komma nach dem Titel ist so schräg, dass das bereits ein Hinweis ist.
  2. Die Absenderadresse: Swiss Post Gh e-swisspost-1@mail.wordreference.com hat nichts mit «Die Post» zu tun. Die korrekte Adresse lautet «Die Post» und notifications@post.ch.
  3. Die Aufforderung, den Versand zu bestätigen, ist sprachlogisch falsch. Der Versand erfolgt beim Absender, der Empfänger muss den Erhalt bestätigen. Zoll in der Höhe von 1.10 CHF ist unrealistisch. Wenn man mit dem Cursor auf die blaue Zeile klickt, erscheint die vierzeilige Adresse, die mit http://13.127 anfängt. Diese hat nichts mit der Post zu tun. Der kleine zu zahlende Betrag ist clever. Da denkt manch einer, dass er das bisschen doch schnell bezahlen kann, um die Angelegenheit zu erledigen.
  4. Grammatikalische Fehler in den Sätzen: «eine E-Mail» statt «ein Mail», «in der Hausadresse» statt «an Ihre Adresse», «Bereitstellung» statt «Erhalt dieser Nachricht», «entfernen» statt «abzuholen», «Rücknahme» statt «Abholung», «Verfolgung» statt «Nachverfolgung», «Vertrauen,» statt «Vertrauen.», «Grüße» statt «Grüsse». Auch der Nachspann ist voller Formulierungen, die nicht korrekt sind und nicht zum schweizerischen Sprachgebrauch passen.
  5. Der Absender nach der Grussformel fehlt.