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Stilblüten und Hurenkinder

Weder Blumensträusse noch das älteste Gewerbe der Welt finden Sie hier. Die Sprache ist meine grosse Leidenschaft und sprachliche «Ausrutscher» sind das Salz in der «Suppe» meiner Arbeit. Zum Beispiel dieser Satz.

«Mietwagenübernahme jeweils am Samstag oder an Freiertagen

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Wertvolle Tipps

Jeden Monat ein Mail, ein Brief oder eine Frage

Sie haben es vielleicht bemerkt. Hier ist schon lange kein neuer Monatsbrief mehr erschienen. Mir sind die Beispiele ausgegangen. Falls Sie für einen Brief oder ein Mail eine Einschätzung haben möchten, können Sie mir dies mailen.

In der Zwischenzeit bespreche ich hier jeden Monat eine Frage rund um die Korrespondenz, die meine Kundinnen und Kunden gestellt haben. Lassen Sie sich überraschen.

Alle Monatsbriefe und beantworteten Fragen finden Sie im Buch «Tipptoppe Korrespondenz».

Ich, wir, sie – die Identitätsfrage im Webtext 

Grüezi Frau Scherrer

Ich hab da mal eine Frage: In meinem Text für die Firmen-Webseite schreibe ich auf der Porträtseite einmal «die Firma», ein anderes Mal «wir», dann wiederum «sie». Gibt es da eine goldige Regel? Eine souveräne Lösung?

Liebe Grüsse
F. M.

 

Grüezi Frau M.

Vielen Dank für Ihr Mail und die interessante Frage. Die gute Nachricht zuerst: Sie machen das sehr gut. Genau dieses Wechselspiel kann den Text lebendiger und natürlicher wirken lassen. Eine «goldige Regel» gibt es jedoch tatsächlich nicht. Diese Überlegungen helfen weiter.

  • «Die Firma» wirkt sachlich und distanziert – gut geeignet für eher formelle Kontexte oder wenn man von aussen auf das Unternehmen blickt.
  • «Wir» ist persönlicher und sympathisch – ideal, wenn das Unternehmen sich selbst vorstellt, zum Beispiel auf der Porträtseite oder unter «Über uns».
  • «Sie» kann heikel sein: Je nach Satz kann es missverständlich sein, ob sich «sie» auf das Unternehmen, eine Person oder sogar auf die Leserin, den Leser bezieht und eigentlich «Sie» gemeint ist.

Entscheidend ist deshalb, dass Sie innerhalb eines Absatzes oder Themenblocks konsequent bleiben. Bitte achten Sie darauf, dass keine Verwirrung entsteht. Sprechen Sie zum Beispiel zuerst von «wir» und dann wechseln Sie im nächsten Satz elegant zu «die Firma», passt das oft gut. Nur wenn mitten im Satz unklar wird, wer genau gemeint ist, lohnt sich ein klarer Bezug.

Ein guter Mix wirkt natürlicher als ein zu starrer Stil. Und das Ziel ist ja, dass sich Leserinnen und Leser angesprochen und gut informiert fühlen.